F A K T E N

zum Schadstoffgehalt auf dem Gießbacher Kopf, über die Medien unseres Erachtens nicht genügend informierten

Als gesetzlich anerkannte Umweltvereinigung begleiten wir kritisch die Vorhaben im Schwarzwald, die negative Auswirkungen auf die Umwelt haben können. Ein solches sind die von der EnBW beantragten Windkraftanlagen (WKA) auf dem Gießbacher Kopf in Häusern.

Da sich in den Antragsunterlagen keine Angaben zu einer Untersuchung des Bodens an den  Anlagenstandorten  bzw.  der  Zuwegung  befinden,  haben  wir  einen  Mineralogen gebeten, eine Sondierungsuntersuchung vorzunehmen.

Beispielhaft eines der Ergebnisse aus seiner 44seitgigen „vorläufigen Gefahrenanalyse“:

Der im Labor festgestellte Gehalt an Arsen von 44 mg/kg im Feststoff überschreitet den Prüfwert für Kinderspielflächen (25 mg/kg) und erreicht annähernd den Prüfwert für Wohngebiete (50 mg/kg) gemäß BBodSchV.

Bereits  am  23.  September  2019  haben  wir  erstmals  regionale  Medien  und  die Nachbargemeinden über den festgestellten Schadstoffgehalt informiert.

Obwohl aufgrund unserer Untersuchung der begründete Anfangsverdacht besteht, dass durch Baumaßnahmen jedweder Art (Aushub, Sprengungen, Wegebau, Aushublager, Betonbau) durch Regen- und Sickerwässer im Boden vor Ort vorhandenes Arsen und Uran   gelöst und unter bestimmten Bedingungen in die nahegelegenen Brunnen- stuben und ins Grund- bzw. Trinkwasser eingetragen werden könnten, wurde bisher von den von uns unterrichteten Medien unser Gesprächsangebot nicht angenommen und eine angemessene, hinreichende Berichterstattung über wesentliche Fakten wie den o. a. Arsenwert – und damit Information der möglicherweise betroffenen Bevölkerung – ist unterblieben. Wir sehen uns veranlasst, diese Aufgabe der Medien nun selbst wahrzunehmen.

Wir haben inzwischen erfahren, dass die Gemeinden Höchenschwand und St. Blasien sowie die Verwaltungsgemeinschaft Feldberg – Schluchsee, die rechtliche Schritte gegen das WKA-Projekt in Häusern vorbereiten, eine große Rechtsanwaltskanzlei in Stuttgart gebeten haben, die Ergebnisse aus der von uns beauftragten Sondierungsuntersuchung zu überprüfen. Die hierfür erforderliche ökologische Fachprüfung wurde von einem renommierten Gutachterbüro durchgeführt. 

Unsere Einschätzung wurde voll umfänglich bestätigt und in die Stellungnahme der genannten Gemeinden vom 21.10.2019 als deren eigene Forderung an das Landratsamt aufgenommen. 

Unsere Forderung an das Landratsamt lautet:

Wenn trotz der von der EnBW noch zu erbringenden vertiefenden Untersuchungen  eine  potenzielle  Gefährdung  nicht  mit  hinlänglicher,  und anhand quantitativ belegter Analyseergebnisse, belastbarer Sicherheit ausgeschlossen werden kann, ist im Rahmen einer Umweltverträglichkeits- prüfung nach UVPG eine umfassende Risikoabwägung durchzuführen.

Es stimmt nachdenklich und ist traurig, dass wir als Umweltvereinigung die möglicherweise betroffene Öffentlichkeit über Details und Fakten einer potentiellen Gefährdungssituation unterrichten  müssen  und  hierfür  das  Geld  unserer  Mitglieder  und  Spender  einsetzen müssen. Es ist die Aufgabe der Medien, objektiv festgestellte Sachverhalte – z. B. die ermittelten Laborergebnisse – der Öffentlichkeit zu vermitteln. Die Kommentierung der Fakten ist ihnen selbstverständlich unbenommen.

Wir bieten nochmals allen Interessierten einen sachlichen Gedankenaustausch zum Thema an.  

Für die Landschafts- und Naturschutzinitiative Schwarzwald e.V. Regionalgruppe Häusern – Schluchsee

v.i.S.d.P. Werner Wojtaschek

 

Das Bild zeigt beispielhaft die Baustelle Langenhard (geplante Nabenhöhe beträgt 128 Meter)